Katharina Sass (Hg.), 2017: Mythos  „Sexarbeit“. Argumente gegen Prostitution und Sexkauf. PapyRossa Verlag.

cover_buchDas Buch unseres Netzwerkes! Hier bestellen! Hier den Werbeflyer runterladen, ausdrucken und verteilen!
In den beiden ersten Kapiteln gibt Katharina Sass einen Überblick über das nordische Modell, über die Unterschiede zwischen konservativer, liberaler und sozialistisch-radikalfeministischer Prostitutionspolitik und über den aktuellen Wissensstand zum Thema Sexkäufer. In einem weiteren Kapitel erklärt Traumapsychologin Dr. Ingeborg Kraus den Zusammenhang von Trauma und Prostitution. Die linke Aktivistin und ehem. Stadtverordnete in Wiesbaden, Manuela Schon, gibt außerdem einen Überblick über die internationale abolitionistische Bewegung und die bisherigen Erfolge. Und die Prostitutionsüberlebende Marie Merklinger steuert einen persönlichen Erfahrungsbericht bei. Außerdem enthält das Buch alle wichtigen Positionspapiere unseres Netzwerkes inklusiver einer Stellungnahme zu der Gesetzesnovellierung von 2016, ein Papier der Gegenseite (um die Trennlinien zu illustrieren), den Aufruf der Organisation Zeromacho gegen Sexkauf und einen offenen Brief der ehemaligen Prostituierten Huschke Mau an die Linksjugend. Ihr könnt das Buch hier über papyrossa.de oder bei amazon bestellen (in letzterem Fall könnt ihr gerne eine Bewertung da lassen!). Ladet euch auch gerne hier den Werbeflyer für das Buch als pdf-Datei runter, druckt ihn aus und verteilt ihn!

Rachel Moran, 2014: Was vom Menschen übrig bleibt. Die Wahrheit über Prostitution. Tectum-Verlag

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Über das Buch:
„Die irische Autorin Rachel Moran tritt an gegen das Prostitutionsestablishment. Ihr brillanter und international hochgelobter Bericht, der nun erstmalig in deutscher Sprache vorliegt, entlarvt die romantisierenden Vorstellungen von der „selbstbestimmten Hure“. Er wendet sich gegen eine Scheinliberalität in der Prostitutionsgesetzgebung, die es unmöglich macht, Frauen vor dem Weg in ein ausbeuterisches „Gewerbe“ effektiv zu schützen.
Moran weiß aus eigenem Erleben, wovon sie spricht. Als obdachlose Heranwachsende geriet sie in den Strudel der Prostitution und konnte sich erst sieben Jahre später aus eigener Kraft daraus befreien. Als Überlebende ist sie dieser Parallelwelt entkommen und liefert uns in ihrem Buch nun Innenansichten einer zerstörerischen Lebensweise. Mit den sensiblen Einsichten einer Betroffenen und der virtuosen Sprachmächtigkeit der geschulten Journalistin führt sie in die Gesetzmäßigkeiten einer Tabuzone ein, aus der keine Frau unbeschadet zurückkehrt. Moran befragt nicht nur ihren eigenen Weg in die Prostitution und ihre Erfahrungen als Prostituierte. Sie nimmt dieses Feld als Ganzes in den Blick, seine offenen und verdeckten Mechanismen der Abwertung und der Gewalt.
Ihr Bericht macht deutlich: Der Handel mit Frauenkörpern ist ein Verstoß gegen die Menschenwürde und eine Form des sexuellen Missbrauchs. Und: Die öffentliche Debatte über Prostitution wird in Zukunft anders geführt werden müssen.“

Cecilie Høigård, Liv Finstad, Seitenstraßen: Geld, Macht und Liebe oder der Mythos von der Prostitution, Reinbek bei Hamburg 1987 [Oslo 1986].

Dieses Buch war Ergebnis von Forschungen in Norwegen und zeigte erstmals einem breiteren Publikum den Gewaltcharakter der Prostitution auf. Es wurde auch ins Deutsche übersetzt und erschien 1987 bei Rowohlt. Gerade für die deutsche Diskussion sind viele der damaligen Erkenntnisse weiterhin aktuell. Das Buch ist antiquarisch sehr preiswert erhältlich.

Kajsa Ekis Ekman, 2013: Being and Being Bought: Prostitution, Surrogacy and the Split Self, Spinifex Press

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Über das Buch:
“Grounded in the reality of the violence and abuse inherent in prostitution—and reeling from the death of a friend to prostitution in Spain—Kajsa Ekis Ekman exposes the many lies in the ‘sex work’ scenario. Trade unions aren’t trade unions. Groups for prostituted women are simultaneously groups for brothel owners. And prostitution is always presented from a woman’s point of view. The men who buy sex are left out.
Drawing on Marxist and feminist analyses, Ekis Ekman argues that the Self must be split from the body to make it possible to sell your body without selling yourself. The body becomes sex. Sex becomes a service. The story of the sex worker says: the Split Self is not only possible, it is the ideal.
Turning to the practice of surrogate motherhood, Kajsa Ekis Ekman identifies the same components: that the woman is neither connected to her own body nor to the child she grows in her body and gives birth to. Surrogacy becomes an extended form of prostitution. In this capitalist creation story, the parent is the one who pays. The product sold is not sex but a baby. Ekis Ekman asks: why should this not be called child trafficking?
This brilliant exposé is written with a razor-sharp intellect and disarming wit and will make us look at prostitution and surrogacy and the parallels between them in a new way.”

Sheila Jeffreys, 2014, Marta Press: „Die industrialisierte Vagina

Über das Buch:
„In ihrem Buch „Die industrialisierte Vagina“ (Routledge 2008, Marta Press 2014) thematisiert Jeffreys die Industrialisierung der Prostitution und des Sexhandels, die einen viele Milliarden Dollar schweren globalen Markt geschaffen hat, der Millionen von Frauen betrifft und wesentlich zur Wirtschaft einzelner Länder als auch zur Weltwirtschaft beiträgt.
„Die industrialisierte Vagina“ untersucht, wie sich Prostitution und andere Bereiche der Sexindustrie – einst sich im Verborgenen abspielende und gesellschaftlich verachtete Praktiken in kleinem Maßstab – zu sehr profitablen, seriösen Marktsektoren entwickelt haben, die von Regierungen legalisiert und entkriminalisiert wurden. Sheila Jeffreys demonstriert die Globalisierung der Prostitution, in dem sie nicht nur auf das Wachstum und die globale Ausbreitung der Pornografie und den Boom von Sexshops, Stripclubs und Begleitagenturen hinweist. Sie bezieht auch die Katalogbrautindustrie und die Zunahme von Sextourismus und Frauenhandel sowie Militärprostitution und sexuelle Gewalt im Krieg mit ein.“

Anita Kienesberger, 2014, Marta Press: „Fucking Poor. Was hat »Sexarbeit« mit Arbeit zu tun?…

Über das Buch:

„Prostitution wird oft als eine unabänderliche gesellschaftliche ‚Notwendigkeit’ betrachtet, quasi ‚zum Mensch sein gehörend’, obgleich sie ein ‚Dienst am Mann’ ist. Genau deshalb soll diese kulturelle Praxis als etwas ‚Normales’ akzeptiert und diskutiert werden. Die Auswirkungen dieses ‚Normalisierungsdiskurses’ auf die Frauen und Männer innerhalb und außerhalb der Prostitution werden dabei ebenso außer Acht gelassen wie bestehende Macht- und Gewaltstrukturen.
In diesem Buch beweist Anita Kienesberger, dass „Sexarbeit“ keinesfalls eine Arbeit wie jede andere ist. Sie setzt sich mit dieser Begriffsverschiebung und seinen Folgen auseinander. Die Autorin ist überzeugt, dass es im Zusammenhang mit Prostitution dringend notwendig ist, die Frage nach gesellschaftlichen Machtverhältnissen neu zu stellen. Ein Paradigmenwechsel bezüglich der Prostitution ist durchaus machbar, wie uns die gegenwärtigen Entwicklungen in den anderen europäischen Ländern zeigen.“