Was Prostituierte weltweit über Ihre wichtigsten Bedürfnisse sagen

In einer Studie wurden 854 Prostituierte aus 9 Ländern und 5 Kontinenten nach Ihren Bedürfnissen befragt („Was brauchst du?“). Hier die Antworten mit Häufigkeiten der Nennung:

  1. Ausstieg aus der Prostitution (89%, Deutschland 85%)
  2. Berufsausbildung (76%, Deutschland 63%)
  3. Wohnung oder ein sicherer Platz (75%, Deutschland 61%)
  4. Gesundheitsfürsorge (61%, Deutschland 46%)
  5. Individuelle Betreuung (56%, Deutschland 69%)
  6. Unterstützung von KollegInnen (51%, Deutschland 65%)
  7. Rechtsbeistand (51%, Deutschland 37%)
  8. Drogen- oder Alkoholbehandlung (47%, Deutschland 48%)
  9. Selbstverteidigungstraining (45%, Deutschland 46%)
  10. Kinderbetreuung (44%, Deutschland 7%)
  11. Legalisierung der Prostitution (34%, Deutschland 35%)
  12. Physischer Schutz vor dem Zuhälter (23%, Deutschland 6%)

Quelle

Die Liste sagt eigentlich alles zur Lebenslage der Prostituierten. Der Ausstieg aus der Prostitution erhielt in acht der neun Länder die häufigste Zahl der Nennungen. Die oft behauptete Freiwilligkeit der Prostituierten wird von der großen Mehrheit offenbar nicht so erlebt.

Und hier nun individuelle Stimmen von ehemaligen Prostituierten:

Prostitution aus Angst vor Hartz IV: Die Aussteigerin Marie Merklinger berichtet bei Maischberger von ihrem Weg als alleinerziehende Mutter aus der Arbeitslosigkeit in die Prostitution – sie wollte Hartz IV entgehen – und den seelischen Schäden, die sie genommen hat (ab Minute 11). Mit im Gespräch ist eine hartgesottene Vertreterin der Prostitutionslobby.

Offener Brief der ehemaligen Prostituierten Huschke Mau an die Prostitutionslobby: „Über das Schweigen“

Bericht in der „Welt“: „Ich kenne keinen Beruf, in dem es normal ist, täglich erniedrigt zu werden“

Prostitutionsüberlebende bloggen:

Zorarotblog

Die Vulkantänzerin

Freiersblick